3 britische Aktien mit hohen Dividendenrenditen ohne Quellensteuer
Die Quellensteuer sorgt bei vielen ausländischen Aktien für eine Doppelbesteuerung der Dividenden. Nicht aber bei Werten aus Großbritannien. Diese drei britischen Aktien weisen besonders hohe Dividendenrenditen auf.
2/17/20263 min read
Ärgernis ausländische Quellensteuer
Wer schon einmal Dividenden von ausländischen Aktien erhalten hat, kennt das Ärgernis: Erst wird vom Heimatland des Unternehmens (Quellenstaat) die Quellensteuer erhoben, dann hält auch noch das Heimatland des Anlegers (in Deutschland mittels der Abgeltungssteuer) die Hand auf. Diese Doppelbesteuerung verringert die Dividende, die letztlich auf dem Konto des Anlegers ankommt, enorm.
Zwar hat Deutschland mit vielen Ländern ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen, das zumindest einen Teil der ausländischen Steuer (meist 15 %) direkt auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechnet. Alles, was darüber hinausgeht, müssen Anleger sich aktiv aus dem Ausland zurückholen – und das ist oftmals mit hohem zeitlichen Aufwand und zusätzlichen Kosten für Bescheinigungen verbunden.
Die Höhe der Steuer wird vom Quellenstaat bestimmt und kann sehr unterschiedlich ausfallen. Das macht es aus Anlegersicht durchaus überlegenswert, Dividendenaktien aus Ländern mit niedrigem Quellensteuersatz oder (die Ausnahme) gar keiner Quellensteuer zu kaufen.
Steueroase für Dividendenjäger: Keine Quellensteuer in Großbritannien
Als eines der wenigen Länder (und als einziges Land mit größerer Relevanz aus Anlegersicht) erhebt Großbritannien standardmäßig keine Quellensteuer auf Dividenden. Für deutsche Anleger mit britischen Aktien fällt daher lediglich die heimische Abgeltungssteuer an, die Zeit- und Kostennachteile einer Doppelbesteuerung entfallen.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Bei REITs (Real Estate Investment Trusts) fällt in Großbritannien üblicherweise eine Quellensteuer von 20 % an.
Im Folgenden stelle ich Ihnen drei Aktien aus Großbritannien mit sehr hohen Dividendenrenditen vor, auf die keine Quellensteuer anfallen.
Legal & General: 8 % Dividendenrendite mit einem der führenden Versicherungskonzerne
Die bereits 1836 gegründete Legal & General Group ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen mit Fokus auf das Versicherungsgeschäft mit rund 10 Mio. Kunden. Darüber hinaus zählt der Konzern zu den größten Vermögensverwaltern und betreut u.a. zahlreiche britische Pensionsfonds.
Mit rund 8 % fällt die prognostizierte Dividendenrendite recht hoch aus. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit für eine Dividendenkürzung relativ gering: Der britische Versicherer hat seine Dividende in den vergangenen 15 Jahren fast jedes Jahr erhöht und nie gesenkt. Allerdings dürfte der Konzern dafür in den nächsten Jahren fast seine gesamten Gewinne für die Ausschüttungen aufwenden müssen. Das ist nicht optimal, aber im Hinblick auf die hohe Stabilität des Versicherungsgeschäfts noch akzeptabel.
Taylor Wimpey: Der britische Häuslebauer bietet 8 % Dividendenrendite
Taylor Wimpey entstand 2007 mit der Fusion von Taylor Woodrow und George Wimpey und zählt zu den größten Bauunternehmen im Vereinigten Königreich. Jedes Jahr baut der Konzern über 10.000 Wohnimmobilien und zählt zu den Profiteuren des „Planning and Infrastructure Act 2025“, mit dem die Regierung das Bauen beschleunigen will.
Mit einem KGV von knapp 15 ist die Aktie relativ günstig bewertet. Allerdings lag der Auftragsbestand zum Jahreswechsel unterhalb des Vorjahresstichtags und auch die Gewinnmargen könnten aufgrund steigender Kosten, die möglicherweise nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden können, leicht unter Druck geraten. Derzeit gehen Analysten jedoch davon aus, dass die Dividendenausschüttungen in den nächsten Jahren konstant bleiben. Bei einer Dividendenrendite von rund 8 % ist das eine gute Sache.
BP: 5,5 % Dividendenrendite mit solidem Öl- und Gas-Konzern
BP (ehemals British Petroleum) zählt zu den weltweit größten Öl- und Gas-Konzernen mit einem globalen Netz aus Raffinerien und Tankstellen. Unterm dem neuen Chef gab es zuletzt eine Abkehr von der strategischen Neuausrichtung. In Zukunft will sich der Konzern wieder verstärkt auf sein klassisches Geschäft mit Öl und Gas fokussieren und seine Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien deutlich zurückschrauben.
Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 5,5 %. Allerdings ist das Geschäft mit Öl und Gas starken Preisschwankungen unterlegen. Die Möglichkeit von Dividendenkürzungen sollte daher immer in Betracht gezogen werden. Auf der anderen Seite ist BP ein finanzstarker Konzern, der hohe Cashflows generiert, die (auch das ist neu) vor allem für die Schuldentilgung statt für Aktienrückkäufe eingesetzt werden sollen.
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Über den Autor: Sascha Mohaupt investiert seit 30 Jahren in Aktien. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaft arbeitet er seit zwei Jahrzehnten als Chefredakteur für verschiedene Börsenbriefe.
Rechtlicher Hinweis: Diese Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Für Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für eventuelle Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.


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