RTL Group-Aktie: 2 Gewinn-Strategien für die Sonderdividende

RTL will Ende April fast 20% Sonderdividende und reguläre Dividende an seine Anleger ausschütten. Diese zwei Strategien bieten sich an, um kurzfristig Gewinne zu machen.

3/26/20263 min read

Hintergrund der Sonderdividende bei RTL Group

Warum wird die Sonderdividende in Höhe von voraussichtlich 5 Euro pro Aktie zuzüglich zur regulären Dividende überhaupt ausgeschüttet? Damit sollen Anleger am Verkaufserlös von 1,1 Mrd. Euro für RTL Nederland an DPG Media beteiligt werden.

Die exakte Höhe der Ausschüttung wird übrigens auf der RTL-Hauptversammlung am 29. April 2026 festgelegt.

Fahrplan für die Sonderdividende bei RTL Group

29. April 2026: Hauptversammlung, letzter Tag, um mit Dividendenanspruch zu kaufen.

30. April 2026: „Ex-Dividende-Tag“, die Dividende wird vom Aktienkurs abgezogen.

05. Mai 2026: Zahltag, Anleger erhalten die Dividende auf ihr Konto.

Kurzfristiges Trading auf die Sonderdividende kann gewinnbringend sein

Warum ich (und andere Analysten) die RTL-Aktie als Langfrist-Investment eher kritisch sehe, habe ich vor einigen Monaten in diesem Blogbeitrag dargelegt. Aber es ist gut möglich, kurzfristig trotzdem von der üppigen Sonderdividende zu profitieren. Dazu bieten sich zwei Varianten an:

Trading-Variante 1: Im Vorfeld der Dividendenzahlung auf steigende Aktienkurse setzen

Die erste Trading Idee zielt ausschließlich auf Kursgewinne ab, die Dividende wird hier nicht mitgenommen.

Hintergrund: Oftmals steigen Kurse von Aktien mit extrem hohen Dividendenrenditen in den Wochen vor der Ausschüttung, weil die Aktien dann vermehrtes Anlegerinteresse auf sich ziehen und so manche Anleger schnell "aufspringen" wollen.

Um dies auszunutzen, kaufen Anleger in den Wochen zuvor die jeweiligen Aktien und verkaufen sie – idealerweise mit Gewinn – unmittelbar vor der Ausschüttung (dem „Ex-Dividende-Tag“). In diesem Fall wäre der letzte Verkaufstag also der 29. April 2026.

Tipp: Bei dieser Trading-Idee bietet sich die bewährte Trading-Methode des „Pyramidisierens“ an. Dabei beginnt man mit einem kleinen Einsatz und stockt (oft mehrfach) auf, sobald sich der Kurs in die richtige Richtung (in dem Fall also nach oben) bewegt. Der Vorteil liegt darin, dass dabei nicht viel Kapital gebunden und riskiert wird, falls der Trade nicht aufgeht.

Trading-Variante 2: Dividende kassieren und auf einen geringeren Dividendenabschlag setzen

Bei der zweiten Trading-Variante wird die Dividende kassiert. Das Ziel ist es, die Aktie nur so kurz wie möglich zu halten. Hierbei wird die Aktie unmittelbar vor der Ausschüttung (in dem Fall spätestens am Tag der Hauptversammlung, dem 29. April 2026) gekauft und dann schnell wieder verkauft. Dies ist bereits am 30. April 2026 möglich.

Hier setzen Anleger darauf, dass der hohe Dividendenabschlag (die Dividende wird am 30. April vom Aktienkurs abgezogen, auch wenn sie erst einige Tage später ausgezahlt wird) Schnäppchenjäger anlockt, die den Kurs schnell wieder etwas nach oben treiben. In dem Fall würde der Kursverlust mit der Aktie niedriger ausfallen als die Dividendenzahlung einige Tage später, was unterm Strich zu einem Gewinn führen würde. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht.

Kleiner steuerlicher Haken: Die Dividendeneinnahmen können nicht mit den Kursverlusten verrechnet werden, da diese in unterschiedliche Verlustverrechnungstöpfen kommen. Daher könnten zusätzliche Steuern anfallen, falls der Freibetrag bereits ausgeschöpft ist.

Fazit: Selbstverständlich gibt es bei keiner Trading-Variante eine Gewinn-Garantie. Beim Trading geht es immer nur darum, Wahrscheinlichkeiten für sich auszunutzen. Ich persöhnlich würde die erste Variante bevorzugen und kann mir vorstellen, diese hier auch anzuwenden, falls sich andeutet, dass der Aktienkurs in Schwung kommt.

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Über den Autor: Sascha Mohaupt investiert seit 30 Jahren in Aktien. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaft arbeitet er seit zwei Jahrzehnten als Chefredakteur für verschiedene Börsenbriefe.

Rechtlicher Hinweis: Diese Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Für Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für eventuelle Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.

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